Trennung


Sie empfinden Ihre Trennung als besonders schmerzhaft und haben das Gefühl den Boden unter den Füssen zu verlieren.
Ihr Partner hat Sie abrupt (wieder mal) verlassen und Sie finden keine Erklärung dafür. Eine tiefe Verzweifelung macht sich in Ihnen breit und Sie fühlen sich in Ihrem Schmerz allein gelassen. Sie verstehen weder sich noch die Welt. Sie zweifeln an sich und Ihrer Wahrnehmung und suchen verzweifelt nach Erklärungen die Sie von Ihrem Partner nicht bekommen haben...

Das Ende einer Beziehung zu einer Borderline-Persönlichkeit ist mit einem „normalen“ Beziehungsende nicht zu vergleichen. Es ist ein „Ausnahmezustand der Psyche“. Der Partner empfindet die Trennung und den Verlust wie ein inneres Sterben.

In einer Borderline-Beziehung gibt es viele Trennungen und wieder Annäherungsversuche. Jede Trennung des Borderliners scheint für immer zu sein. Irgendwann mal ist es dann so weit. Der Borderliner trennt sich  von Ihnen oder Sie sind an Ihre Grenzen gekommen und schaffen es Ihrerseits, sich zu trennen.

Im ersten Fall kann es Ihnen passieren, dass sie von einem Moment auf den anderen vor einem Scherbenhaufen stehen.Gestern war die Welt noch in Ordnung. Sie waren glücklich, hatten Träume, Pläne und Ihr/e Borderliner/in nahm Sie zärtlich in die Arme, sagte Ihnen, wie sehr er/sie Sie liebt, wünschte sich vielleicht ein Kind, sprach von Heirat. Sie waren etwas Besonderes, die Liebe seines/ihres Lebens.

Nun fühlen Sie sich misshandelt, manipuliert, verraten und missbraucht. Was haben Sie nicht alles getan, um ihn/sie glücklich zu machen. Was haben Sie nicht alles verziehen und immer wieder Verständnis gezeigt. Sie fragen sich, wie das passieren konnte und wie Ihr Ex-Partner so etwas tun kann?
Sie können nicht schlafen, nicht essen, ihr ganzer Körper schmerzt. Sie fühlen sich wie durch eine Achterbahn geschleudert und hoffen dass dies endlich aufhört. Sie fühlen sich ausgebrannt und leer. Zweifel und Schuldgefühle quälen Sie. Im Wechsel mit der Hoffnung treten Verzweifelung, Wut auf den/die Partner/in und Wut auf sich selbst auf. Ein Wechselbad der Gefühle.

Was die Trennung besonders schmerzhaft macht ist:
- der plötzliche Abbruch
- die eiskalte Art und Weise
- der unglaubliche Hass und die Abwertung den Sie von Ihrem/e  (Ex)Partner/in zu spüren bekommen
- Sie können nichts klären, nicht mit ihm / ihr reden

Vielleicht haben Sie eine sms oder eine E-Mail bekommen mit dem widersprüchlichen Inhalt: „Ich weiß nicht mehr, was ich fühle“ oder „Ich liebe Dich nicht mehr“ oder „Es ist besser, dass ich gehe, weil ich nicht gut für Dich bin“…

Das einfachste für einen/ Borderliner/in ist, die Beziehung per sms oder E-Mail zu beenden. Auch hier rechnen Sie in der Regel nicht damit, da sehr oft kurz vorher „alles in Ordnung war“.

Warum wird sms oder Mailform gewählt, um die Beziehung zu beenden?

Es gibt mehrere Gründe dafür:
-  Borderliner/in hat eine diffuse, frei flottierende Angst in sich
-  Er/sie ahnt wie instabil er/sie ist, und er ist sich seiner Entscheidung und ihrer Konsequenzen nicht sicher
-  Es ermöglicht ihm/ihr die Spaltung aufrecht zu erhalten
-  So muss er/sie sich mit dem Trennungsschmerz, den damit einhergehenden Verlustängsten und dem Leidensdruck des  (Ex)Partners sowie seinen/ihren eigenen Schuldgefühlen etc. nicht konfrontieren

Der/die  Borderliner/in tut dies nicht bewusst oder gar aus Gleichgültigkeit oder Lieblosigkeit, er "funktioniert" so und hat in diesen belastenden Situationen oft keine Wahl, anders zu handeln.

Auch wenn Sie zu denen gehören, die ihren Borderline-Partner selbst verlassen haben, wird es für sie nicht einfach sein. Oft kommen Schuldgefühle auf, den kranken Partner im Stich gelassen zu haben. Außerdem, genau wie oben, das Gefühl völlig ausgebrannt zu sein, Trauer um die Beziehung und, obwohl Sie wissen, dass diese Beziehung Ihnen nicht gut tut, scheint es immer noch ein Kraftakt zu sein, die Trennung aufrecht zu erhalten und nicht doch wieder zum Borderline-Partner zurück zu kehren.


 

"Wenn eigener Schmerz in der Kindheit immer wieder verleugnet werden
musste, dann wird dieser Schmerz später anderen zugefügt. Man verhöhnt den Schmerz, den man anderen zufügt, aber am tiefsten verhöhnt man den Schmerz, den man selbst erlebte und nicht fühlen durfte."
Arno Gruen